Schloß Albrechtsberg

Preußens Glanz in Sachsen

Autoren: Adelheid Irmler, Gitta Milewski, Anita Thiem, Heidemarie Zeidler, Dr. Manfred Kobusch

Ansicht von der Elbseite mit Römischem Bad

Ansicht von der Elbseite mit Römischem Bad

FREMDER STIL IN SACHSENS ARCHITEKTURLANDSCHAFT

Versetzen wir uns in das Jahr 1811 zurück, in die Zeit des Empirestils. Nehmen wir einen der damaligen Elbkähne und lassen uns vom Loschwitzer Fährhäuschen aus auf dem silbrig glänzenden sommerlichen Fluß abwärts treiben. Wir wurden bald auf der Nordseite des Ufers eine Hügelkette erblicken, auf der so schlichte wie stattliche Bürgerhäuser in die reizvolle Landschaft eingefügt sind, die in ihren frischen Farben das Naturbild beleben. Aber bald wechselt das Bild. Die Bebauung wird spärlicher; dunkles Grün überwiegt, bis uns ein lichtes, imposantes Bauwerk auffiele - das soeben fertiggestellte Landhaus eines Lord Jacob Graf von Findlater, Pair von Schottland, der vier Weinberge erworben hatte, um sich auf diesen Höhen anzusiedeln. Der Stadthistoriker Dr. k. Großmann zitiert den zeitgenössischen Dichter Rellstab: »Der erste Besitzer und Begründer war ein reicher Engländer, er hatte diesen Platz als einen der schönsten, der ihm auf allen Reisen vorgekommen, gewählt. Er setzte viel Geld daran, um einen Landsitz zu schaffen, der für die damalige Zeit das Höchste an Glanz und Behaglichkeit darbot, was die Vorstellung sich nur träumen konnte.«

Findlaters Palais von der Elbseite

Findlaters Palais von der Elbseite

Nach Findlaters Tod wurde 1821 die Gaststätte »Findlaters Weinberg« eröffnet, sehr bald ein beliebtes Ausflugsziel der Dresdner. Namen wie Semper, von Kügelgen, Richard Wagner, Hähnel und andere verliehen dem Ort kulturgeschichtliche Erhabenheit. Aber schon 1846 vermeldete die Stadtgeschichte den Niedergang des Hauses. Geblieben war die wunderschöne Aussicht - der Blick auf den Strom, die Silhouette der Stadt, die Felsen der Sächsischen Schweiz und das Erzgebirge. Da erschien ein Glücksbote, der dem Haus, das zum Sorgenkind geworden war, eine Neugeburt bescherte - Baronin Ernestine von Stockhausen im Auftrag des Prinzen Albrecht von Preußen, Bruder des späteren deutschen Kaisers Wilhelm 1. Die tatkräftige Gattin des Kammerherrn der »Königlichen Hoheit« kaufte 1850 das Anwesen und den Grund und Boden von der Mordgrundbrücke bis zur Saloppe, ein Gelände, das noch im 17.Jahrhundert zum Einschießen der sächsischen Kanonen benutzt wurde.

Der Kammerherr und seine tüchtige Gattin betrieben nun den Bau eines großzügig geplanten Projekts, das künftige Prinzen-Schloß Albrechtsberg. Da sie die Oberaufsicht führten, lag es nahe, zunächst ihren Wohnsitz ausführen zu lassen - die Villa Stockhausen, das mittlere der drei Elbschlösser. Der großherzige Prinz hatte ihnen dieses zum Schlößchen geratene Haus geschenkt, was ihm später Sorgen bereiten sollte, weil die veranschlagte Summe nicht ausreichte. Unvorhergesehene Probleme mit der Grundbefestigung des Schlosses erwiesen sich als unumgänglich und verursachten sehr teure Maßnahmen.

Blick vom römischen Bad in Richtung Blaues Wunder

Blick vom römischen Bad in Richtung Blaues Wunder

Der Schinkelschüler und berühmte Berliner Landbaumeister Lohse wurde mit dem ähnlich bedeutenden preußischen Gartenbaudirektor Neide engagiert. Der Dresdner Hofgärtner Neumann bewies in der Folge hohes Können bei der Umsetzung wohldurchdachter Pläne für den 15 Hektar großen Park. Seine meisterlich gravierten Spuren können wir heute noch bewundern: Die landschaftliche Schönheit der Schlossumgebung entstand durch ausgesucht zusammengestellte Baumgruppen, künstlich verlegte Quellen und Teiche, die Harmonie der Wegführung und den Eindruck der Weite hervorrufende Rasenflächen.

Von der Bautzner Straße kommend, entfaltet sich die weitläufige Parklandschaft anders, als die Elbseite vom Hügelkamm aus gesehen. Das steiler abfallende Gelände sollte nach dem italienischen Vorbild der kulturgeschichtlich weltbekannten römischen Villa d'Este in mehrere Terrassen gegliedert werden. Aber die Baugrundschwierigkeiten stellten unerbittlich die Forderung, Stabilität vor Schönheit gehen zu lassen, weshalb heute nur der Mittelteil des Elbhangabschnitts der ursprünglichen Planung entspricht, was der Wirkung des Schlosses im Landschaftsbild von der Elbseite her gesehen sicher recht wohlgetan hat. Begeben wir uns von der Schloßterrasse aus abwärts, gelangen wir an eine halbkreisförmige Wandelhalle, die eine Stützmauer verdeckt. Das Ensemble wird von Flügelbauten umrahmt. In der Mitte des Plateaus ist ein Wasserbecken mit Fontäne. Ein Serpentinenweg führt über ein Viaduktgebilde und Brücken, mit Kutschwagen befahrbar und Entfernung vortäuschend. Die alten Weinberge waren verschwunden, auf deren Erde die heute noch imposanten Anlagen der Elbseite des Schlosses den Betrachter fesseln.

Schloßansicht von der Bautzner Straße

Schloßansicht von der Bautzner Straße

Im Westteil des Parks auf ebenerer Stelle wurde ein Schwimmteich angelegt und ein Badehaus errichtet. Im »DRESDNER ANZEIGER« von 1950 kann man ein Interview mit der Tochter des Hofgärtners Neumann finden, die von den Annehmlichkeiten des Parks, vor allem auch für Kinder, berichtet. Die vier Gärtnerskinder durften mit den Prinzensöhnen - den Grafen Willi und Fritz - im Sommer baden und im Winter auf den Schloßhängen Schlitten fahren.

Die LEIPZIGER ILLUSTRIRTE ZEITUNG vom 16.Juni 186o veröffentlichte einen zeitgenössischen Bericht, der die aufsehenerregende Wirkung der Bautätigkeit vermittelt. Einhundert Freiberger Bergarbeiter mußten Stollen in den sandigen Berg treiben, an dessen Fuß Tonschichten lagerten, was die unterirdische Wasserführung beeinflußte. Schächte mußten ausgemauert werden mit steinernen Wasserführungen, die verhindern sollten, daß durch die Last des Schlosses der Elbhang abrutscht. Damit wird die Elbhangbefestigung begründet und die Veränderung des ursprünglichen Planes sehr viel umfangreicherer Außenanlagen (Stützmauern; ein Viadukt, der zur Befestigung in den Berg hinein vermauert wurde, dessen architektonischer Reiz eine Randfunktion erhielt, weil der Stabilitätsfaktor vorgehen mußte).

Prinz Albrecht hatte ein Projekt akzeptiert, das bei ausreichenden Finanzen zu einer »sachsenfremden« Monumentalität geraten wäre. Die stadtseitigen Außenanlagen wären wuchtiger als der eigentliche Schloßbau geworden. Die gegenwärtige Lösung scheint proportionaler zu sein und erlaubt es, das Schloß als die optische Krönung des Hügels ungemindert zur Wirkung kommen zu lassen.

Der Zeitgenosse von 186o berichtet, daß »zur Regulierung des Terrains allein gegen 3000 Schachtruthen (etwa 12000 Kubikmeter) Erde bewegt werden und außer den bereits vorhandenen Bäumen 1665 Stück große, über 30 Jahre alte Bäume... und an die 80000 Stück junger Bäume und Sträucher verpflanzt werden mußten...«

Hofgärtner Neumann erfährt seine Würdigung: »...Künstliche Felsen, über welche sich Gießbäche stürzen, beleben die Scene, schattige Ruheplätze wechseln mit grünen Matten und überall stößt man auf malerisch gruppierte Baumpartien mit reizenden Durchblicken. Einzelne Theile sind Meisterstücke der Landschaftsgärtnerei...« Viel Beachtung wird im Bericht der Installation eines komplizierten Röhrensystems geschenkt, das Quellwasser von »jenseits der Bautzener Chaussee« in Reservoirs führt, das mittels Dampfmaschine auf den westlichen Turm befördert wird, »von wo aus es der Treibung der Fontäne dient«. Es ist beeindruckend, wie effektiv an sparsamen Wasserverbrauch gedacht wurde, aber auch an etwaige Pannen. Es wurde nahe der untersten Terrasse eine Reservedampfmaschine aufgestellt, um Elbwasser in das Hauptbassin pumpen zu können.

Geplante Schloßanlage nach Keller und Lohse

Geplante Schloßanlage nach Keller und Lohse

So, wie Garten- und Parkanlagen im Nachklang der Romantik Zeitgeist augenfällig repräsentierten, wurden es Schloß und Wirtschaftsgebäude nicht minder in Form und Idee. Ähnlich der Semperoper ist Schloß Albrechtsberg ein charakteristisches Baukunstwerk des 19. Jahrhunderts. Es ist ein Ensemble in der glücklichen Kombination hochentwickelter Handwerkstechnik der Materialimitation mit echten und auch kostbaren Substanzen wie Marmor und meist fremdländischen Edelhölzern, den weißen sächsischen Sandstein nicht zu vergessen. Und dennoch steht es fremd inmitten sächsischer Kulturtradition (Vgl. Volker Helas: ARCHITEKTUR IN DRESDEN ZWISCHEN 18oo und 1900). »Kargheit und Kühle lag der sächsischen Architektur fern, die - im Vergleich zur preußischen - mehr zum Gemütvollen und Lieblichen neigte und stets mehr Bedacht auf menschliche Maßstäbe nahm und weniger auf Distanz bedacht war.« Helas vermutet mit einem hohen Maß an Wahrscheinlichkeit, daß die ursprüngliche Idee zum Albrechtsbergkomplex auf Entwürfe König Friedrich Wilhelms IV für das Schloß Belvedere auf dem Pfingstberg bei Potsdam zurückgeht, das 1847-1852 errichtet wurde (Albrechtsberg zwischen 1850 und 1854). Landbaumeister Lohse war der Projektant beider Objekte. Das erklärt zum Teil die Übersiedlung des preußischen Monumentalstils in die sächsische Landschaft. Dennoch werden zwei Seiten sichtbar, die Heimisches mit Fremdem verbinden:

- Der Entwicklungsstand der Bautechnik und des Materialeinsatzes repräsentieren Zeitgeist und lassen Schloß Albrechtsberg in die deutsche Architekturgeschichte eingehen.

- Die ideelle Anlage zeigt den Unterschied zwischen sächsischen und preußischen Intentionen.

Die zwangsläufige Bescheidung aus baustatischen und finanziellen Gründen war wahrscheinlich ein ästhetisch zu Buche schlagender Vorteil, der der monumentalen Überzogenheit der Außenanlagen (ursprüngliches Projekt) auf der Elbseite entgegenwirkte. Die ästhetische Wirkung der äußeren Gestaltung des Schlosses selbst erschließt sich am eindrucksvollsten aus der Ferne vom Altstädter Ufer aus, eine schöne Vereinigung von Landschaft und Architektur

Blick von der Elbseite

Blick von der Elbseite

Lohse wußte um die Wirkung von Repräsentationsbauten in der Landschaft und schuf durch die Steilhanggestaltung blickfördernde, aufwärtsführende Augenscheinerlebnisse, so daß das Schloß mit seinen seitenbegleitenden Türmen auch als Krönung des Ensembles empfunden werden kann.

Der Zugang von der Landseite her - ein flaches ansteigendes Gelände - wird zunächst von einem großen schmiedeeisernen Tor verstellt. Es ist eingefügt zwischen zwei symmetrisch aufgestellte Kavaliershäuser, hinter dem sich das weniger hoch aufragende Schloß als Hintergrund abbildet. Die Giebel der Torhäuser zeigen je einen »Wilden Mann«, denen das preußische Wappen - »Ausweis des Schloßherren« - abgenommen wurde. Betritt man den Hof, beeindrucken zwei mächtige Rampen, die links und rechts zweier übereinander angeordneter Wasserbecken mit Fontäne und wasserspeienden Fischen, Teichrosen und Büschen hoch zum Entré des Schlosses führen. Der Vorplatz zum Eingang ist so geräumig, daß Kutschfahrzeuge, später Kraftwagen, leicht wenden können.

Der Gesamteindruck erschließt sich von der Landseite her in der räumlichen Reihenfolge des Sichtbaren und ergibt schrittweise den Eindruck erhabener Repräsentanz, anders, als der Eindruck von der Elbseite, von der aus das Schloß beinahe unvermittelt im Gesamtbild dominiert.

INNENARCHITEKTUR – ZEITGEIST UND PREUSSISCHES BAUEN

Trotz der stürmischen Zeitläufe blieb die originale Substanz im Innern des Schlosses weitgehend erhalten. Bei Betreten des VESTIBÜLS empfängt der kundige Betrachter die ersten Eindrücke des baukünstlerischen Zeitalters: echter Marmor mischt sich mit künstlichem in Säulen, Pilastern und Wandverkleidungen. Zugleich zieht die schwere, echthölzerne Tür zum EMPFANGSSALON den Blick an. Durch hochverglaste Türen gegenüber dem Eingang strömt Licht in den Raum und wir können erkennen, daß durch diesen Salon der Zutritt zur Gartenterrasse möglich ist, deshalb auch »GARTENSAAL«. Dieser Raum wird durch Säulen in drei Abschnitte geteilt. In den äußeren (Emporen) waren Landschaftsmalereien Professor Schirmers zu sehen, die die Lieblingsorte des Prinzen darstellten - Kairo, Konstantinopel, Meran und Neapel.

Vorraum zur Haupttreppe mit Springbrunnen

Vorraum zur Haupttreppe mit Springbrunnen

Türen und Boiserien bestehen aus amerikanischem Patridgehölz, dessen dunkle Farbe durch Goldleisten belebt wird. Für Türfassungen und Wandverkleidungen setzte man bläulichen Marmor ein. Die Kassettendecke zeigt in der Mitte eine Rosette, die von vergoldeten Putten umgeben ist.

Ursprünglich schlossen sich ein Billardzimmer und ein Rauchzimmer an, die den Durchgang zur ehemaligen Bibliothek des Hauses ermöglichten. Alle unerwähnten Räume im Parterre wurden als Adjudantenzimmer ohne nennenswerte Ausstattung genutzt.

Aufgang zur Beletage

Aufgang zur Beletage

Kehren wir ins Vestibül zurück. Um in die BELETAGE zu gelangen, durchqueren wir einen Vorraum zum Treppenhaus, mattgrün gehalten mit einer kleinen Fontäne linksseitlich. Der Weg führt uns zu einem marmornen Wendel, wo wir spätestens bemerken, Gast in einem Hohenzoller'schen Haus zu sein. Das Blattgoldbeschichtete Geländer weist eine Kette des preußischen Adlerordens auf. Hebt der Besucher den Blick, schaut er in die Wölbung einer Kuppel mit 16 Bildnissen der Ahnen der Dynastie von Kurfürst Friedrich I. bis zu Friedrich Wilhelm III., dem Vater des Prinzen Albrecht. 

Friedrich II., König von Preußen (1740-1786)

Friedrich II., König von Preußen (1740-1786)

Kuppel über der Haupttreppe mit Ahnengalerie

Kuppel über der Haupttreppe mit Ahnengalerie

Senken wir wieder den Blick, durchqueren wir einen Korridor, eingangs von vergoldeten Kandelabern erleuchtet, innen von Wandleuchten, die kostbare Türgewände erkennen lassen, hinter denen sich eine Raumfolge von Salons befindet. Der erste ist der ROTE SALON (Empfangssalon), seiner purpurnen Tapeten wegen so genannt. Der Prinz empfing seine Gäste in einem von einer Flachkuppel beschirmten Raum, die einen Leuchter hält und von Stuckfries mit Tier- und Pflanzenmotiven umgeben ist. Selbst die Flächen über den Türen und Fenstern sind dekoriert. Die Türen wurden aus Palisanderholz, die Türgewände aus schlesischem Marmor gefertigt. Ein Blick aus dem Fenster belohnt reichlich. Strom und Stadt liegen zu Füßen des Betrachters. Bei klarem Wetter sind die Hügel des Erzgebirges und die Felsen der Sächsischen Schweiz zu erkennen.

Gartensaal mit dem besten Blick über Dresden

Gartensaal mit dem besten Blick über Dresden

Die Zimmerflucht führt zum PRINZEN SALON in goldgelber Seidentapete, über der sich eine literarisch gestaltete Kassettendecke spannt (allegorische Bilder von den vier Jahreszeiten, Tierkreiszeichen und Sternbilder).

Roter Salon

Roter Salon

Der herausragende Raum ist das anschließende KABINETT DES PRINZEN ob seiner Lederimitierten Tapete, in die Ornamente eingeprägt sind und die mit Metallfarben bemalt wurde. Ein Geheimgang führt noch heute in die unteren Bereiche des Schlosses mit Ausgang zur Elbseite. Nur einmal, so sagt die Legende, soll diese Treppe in einem Ernstfall benutzt worden sein.

Schlaf- und Ankleideraum entsprechen der traditionellen Aufgabe eines Prinzen, nämlich Heerführer zu sein: Das flache Tonnengewölbe wurde ringsum mit symbolischen Bildern der Waffengattungen des preußischen Heeres dekoriert, dem Stand der 50ger Jahre des 19.Jahrhunderts entsprechend und insofern historisch interessant.

Ein schmaler Korridor fuhrt zum prunkvollsten aller Räume des Schlosses - zum KRONEN SAAL. Bevor man vom ästhetischen Glanz dieser Herrlichkeit geblendet wird, muss man schwere hölzerne Türen aus poliertem Edelholz (Nussbaum) mit hoch angesetzten Messingklinken durchschreiten. Wir begegnen einem Meisterwerk des Spätklassizismus. Die Lichtfülle des Raumes wird durch hohe, reich mit außen angebrachten Metalldekors gezierten Bogenfenster und die cremefarbenen Wände erzielt. An der Fensterseite stehen Doppelsäulen. An den Seitenwänden finden wir allegorische Figuren, hinter denen die Wandbemalung die Illusion einer Nische zaubert Der Schöpfer der Wand- und Deckenbemalungen in der Semperoper, der Dresdner Maler Hartmann, schuf einen farbigen Fries, der von den Freuden des Landlebens erzählt. Die Decke überrascht durch ihre reiche Kassettengestaltung von höchster handwerklicher Präzision. Sie trägt einen original-venezianischen Kronleuchter mit 80 Kerzen, die ihn wie diamanten-geschmückt funkeln lassen. In einem Rundbogenbild gegenüber der Musikantenloge ist die Leistung der umsichtigen und tatkräftigen Baronin von Stockhausen verewigt, die, im symbolischen Bild dargestellt, dem Prinzen Albrecht das »fertige« Schloss übergibt, eine die Zeiten überdauernde Würdigung.

Kronensaal

Kronensaal

Dieser Lichterfüllte Kronensaal, der vom Entré bis zur Saalmitte ein Hohenzollerndenkmal inmitten der sächsisch-königlichen Metropole darstellt, findet auf der östlichen Seite sein Lichtgedämpftes Gegenstück: In Konzertpausen konnten die Gäste zur Entspannung und Erfrischung einen dunkleren, im Licht angenehm verhaltenen Raum betreten, den so genannten SPIEGELSAAL. Das ist er seinem Wesen und seiner Wirkung nach und im Ersteindruck nicht, und dennoch trägt er im oberen Teil der Wandverkleidung 25 Spiegel, die das matte Licht reflektieren. Dagegen ist die vollständige Wand- und Deckenverkleidung aus amerikanischer Eiche auf den ersten Blick sehr eindrucksvoll und angenehm. Nur der kundige Beobachter kann entdecken, dass die reich verzierte Decke eine Holzimitation darstellt, ein Ausdruck höchster Handwerkskunst. Die Fenster sind farbig kunstverglast, was auch bei Tage gebrochenes Licht erzeugt, weshalb die Rückkehr in den Kronensaal zugleich eine erlebbare Renaissance des Lichts bedeutet.

Spiegelsaal

Spiegelsaal

Auf der östlichen Seite des Schlosses war der Damentrakt, erreichbar durch den Kronensaal oder eine schlichte Wendeltreppe ohne Repräsentationswirkung. Die Raumfolge ist beinahe die umgekehrte Symmetrie zum Herrentrakt. Auch der EMPFANGSSALON DER DAME ist tiefrot, bespannt mit einer Seidentapete. Die Decke wurde mit bemaltem Stuck verziert. Türgewände und Kaminverkleidung sind aus schlesischem Marmor. In der Mitte hängt ein vergoldeter Kronleuchter. Der anschließende SALON DER DAME wird von einer carminblauen Seidentapete farblich beherrscht. Im Deckengemälde erblicken wir Apoll und die neun Musen. Das KABINETT DER DAME ist goldgelb gehalten. Von da aus gelangt man über eine Seitenterrasse zum Park. Dieser Raum hat in den letzten Jahrzehnten unter Witterungsschäden gelitten, weshalb die Deckenmalereien nachgestaltet werden mussten. Das. Schlafzimmer der Hausherrin ist mit rosa Seidentapete ausgestattet. Durch einen Mechanismus sind die Seitenwände verschiebbar, so dass rings um das Bett drei Spiegelflächen zum Vorschein kommen können. Bronzesäulen grenzen das Achteck ab, dessen Kuppeldecke malerisch verziert ist. Auch von hier aus ist die Parkterrasse erreichbar. Das ebenfalls in rosa gehaltene Ankleidezimmer weist eine reiche Deckenmalerei auf und macht auch hier den Zugang zum Park möglich.

Ein Anziehungspunkt ersten Ranges in heutiger Zeit ist das TÜRKISCHE BAD (richtiger: maurisches), das von 4em orienterfahrenen Carl von Diebitsch gestaltet wurde. Das Bassin ist mit belgischem Marmor ausgelegt. Sechs maurische Säulen tragen einen reich verzierten Baldachin aus bemaltem Stuck. Ornamente in Rot, Blau, Rosa und Gold zieren in der Art arabischer Teppiche Wände und Decke. Der Durchblick vom Eingang aus erinnert an die Alhambra in Granada, die von Diebitsch sehr wahrscheinlich stimulierte.

DER SCHLOSSHERR

Eine der ersten Fragen der Schlossbesucher gilt dem scheinbar Paradoxen: Wodurch wurde ein Prinz der preußischen Hohenzollern motiviert, in die königlichsächsische Metropole überzusiedeln, wo doch die Beziehungen Preußens zu Sachsen allein zwischen der Regierungszeit Augusts des Starken und Kaiser Wilhelms I. recht wechselhaft schienen. Aber darauf findet sich leicht eine Antwort:

Zwischen den Königshäusern der Wettiner und der Hohenzollern bestanden trotz politischer, wechselhafter Diskrepanzen freundliche Beziehungen, seit der nach-napoleonischen Zeit wahrscheinlich ausgeprägter. Über die sehr persönlichen Gründe des Prinzen Albrecht lesen Sie später, nachdem wir Sie mit einigen wenigen uns bemerkenswert scheinenden Zusammenhängen und Sachverhalten bekannt gemacht haben:

Friedrich Heinrich Albrecht von Preußen war der fünfte Sohn des Königspaares Friedrich Wilhelm III. und Luise von Preußen. Er wurde am 4. Oktober 1809 geboren und starb am 14. Oktober 1872 in Berlin. Wie damals üblich, trat Prinz Albrecht mit dem vollendeten zehnten Lebensjahr als Kadett in die preußische Armee ein. Erst mit seinem 45. Lebensjahr wurde er General der Kavallerie, nachdem er sich nach streng preußischem Familienreglement »hochdienen« mußte. Wie wir aus einer Laudatio seiner Offiziere und Kriegskameraden wissen, war er nicht zuletzt der Pferde wegen dieser Waffengattung besonders zugetan. Er setzte Fleiß, Hartnäckigkeit und sehr viel Zeit ein, ein Maximum an Sachkunde zu erwerben, um die preußische Kavallerie auf einen hohen Stand ihrer militärisch-taktischen Operationsfähigkeit zu bringen. In jungen Jahren erhielt er ein litauisches Dragonerregiment und vom russischen Zaren das Kürassier-Regiment »Kleinrussland Nr.7«, was erklärt, weshalb er in Russland gründlich und ausgiebig Studien der dortigen Kavallerie-Ausbildung betrieb und die Gefechtsweise der Kosaken und Tscherkessen verwertete... Ihn interessierte aber auch Pferdezucht mit dem erklärten Ziel, ... . das Pferdematerial der preußischen Kavallerie... zu heben«. Deshalb war er bis 1870/71 bestrebt, höchstmögliche Bewährungsproben zu suchen und vor allem nicht nur zu bestehen, sondern fachmännisch auszuwerten im Interesse der Vervollkommnung des künftigen »Kriegskameraden Pferd« (Teilnahme an Parforcejagden und Rennen, aber auch anstrengende Ritte durch die nubische Wüste u. dgl. m.).

Offenbar erwarb er sich ein hohes Maß an Fachkompetenz, weshalb er als ... .5. Armee-Inspektor« 1865 die Dienstberufung erhielt. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 ging er, zum Generaloberst ernannt, an die Front. Prinz Albrecht war allem Anschein nach bescheiden und selbstkritisch. Mehrfach (1863, zuletzt 1870) bat der Prinz seinen königlichen Bruder Wilhelm 1., ihn nicht seiner hocharistokratischen Position, sondern seinem Leistungsvermögen entsprechend als Kommandeur einzusetzen: »Ich bin bereit und bitte Dich dringend, mich dabei unter jeden kommandierenden General..., der jünger ist als ich, zu stellen.« (1865) Kurz vor Kriegsausbruch 1870 setzte er durch, »nur« eine Division führen zu müssen, wodurch er.... bei den meisten Operationen jüngeren Generalen unterstellt« war. Offenbar wurde durch dieses vorbildliche Maß an Selbstbescheidung der beachtliche Erfolg in der Truppenführung des Prinzen Albrecht nicht zuletzt möglich, eine Charakterleistung, die für jede andere berufliche Laufbahn nicht minder ein Schlüssel zum Erfolg sein kann und deshalb für zur Leitung Bestellte nachahmenswert ist. Zumindest wird durch die Laudatio seiner Offiziere anlässlich seines Todes 1872 diese Schlussfolgerung dem Leser impliziert.

Luise, Königin von Preußen

Friedrich Wilhelm III., König von Preußen

Luise, Königin von Preußen

Friedrich Wilhelm III., König von Preußen

Die zeitgenössischen Aussagen zu seinen militärischen Neigungen und Begabungen sind widersprüchlich und offensichtlich subjektiv gefärbte Eindrücke. Der Bruder Kaiser Wilhelm I. von Deutschland und Sieger im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 bestätigt ihm im Chor mit anderen Militärs, das zu sein, was von einem Preußen seines Ranges erwartet wurde - ein tapferer, umsichtiger, bescheidener, der Sache treu ergebener, möglichst weitblickender Soldat und kameradschaftlicher Kommandeur zu sein. Zeitgenossen sagen aus, er habe stets an den Krieg gedacht und sich selbst gestählt und vor allem versucht, Schwächen der preußischen Kavallerie auszumerzen. Die Tochter des Hofgärtners Neumann berichtet aus der familiären Sicht: »Der Prinz, wohl weniger aus innerer Neigung als nach alter preußischer Familientradition Offizier, war viel in Berlin .. .«

Major von Scheibert, Verfasser der Biographie Wilhelms I. beschreibt den »echten Preußen«, gleichbedeutend mit »Mann höchster soldatischer Tugenden«:

... Dieser Prinz, von Kopf bis zur Zehe Soldat, war sich bewusst, kein Führer großer Armeen zu sein... Der König gab ihm die 4. Kavallerie-Division, und was er mit ihr geleistet hat, davon gibt die Geschichte Zeugnis ... dessen soldatische Passion sich in jeder Bemerkung aussprach.«

So erfolgreich seine militärische Bewährung verlief, so weniger hindernisfrei gestaltete sich seine familiäre Geschichte. Er schloss im dynastischen Interesse und dem Familienreglement der Hohenzollern gemäß 1850 seine erste Ehe mit Prinzessin Marianne von der Niederlande, aus der drei Kinder hervorgingen - Charlotte (1831), Albrecht (1857) und Alexandrine (1845). Sie bewohnten in Berlin ein von Schinkel umgebautes, ehemals barockes Haus nahe dem Brandenburger Tor. Quellenaussagen zufolge verlief diese Ehe wenig glücklich und wurde nach 18jahren geschieden. Anlaß für diesen Schritt war ein Liebesverhältnis zur Tochter des Generals von Rauch. Sie gehörte zur Suite des Hauses des Prinzen Albrecht. Eine Ehe mit ihr musste auf den Widerstand der Hohenzollemfamilie stoßen, die sich ein strenges Reglement nach den »Entgleisungen« Friedrich Wilhelms II. und der Morganatischen Ehe Friedrich Wilhelms III. nach dem Tod der Königin Luise gab. Ein preußischer Prinz musste dynastische und staatliche Interessen bei einer Eheschließung beachten, außerdem seit etwa 1810 das strenge Hohenzoller'sche Familienreglement. Eine Ehe unter dem prinzlichen Rang bedeutete in vielerlei Hinsicht hohen Verlust: Auf der Ebene des niederen Adels (Barone, Grafen) war eine Stärkung der Staatsmacht, der Abschluss langfristiger Bündnisse oder Abkommen ausgeschlossen. Wurde die Ehe mit einer Prinzessin geschieden, musste unter hohem Aufwand für neue Wohnsitze, eine standesgemäße Erziehung der Kinder gesorgt und ein ähnlicher Aufwand bei einer Wiederverehelichung betrieben werden, was wie im Fall Prinz Albrechts Millionen kostete. Marianne von der Niederlande erhielt den Schinkelbau (Spätgotik) Schloss Camenz in Niederschlesien, Heimstatt ihrer Kinder mit Albrecht. Prinz Albrecht erhielt eine Zuwendung von mehreren Millionen Goldmark, um sich seinen neuen Hausstand nebst Villa Stockhausen zu schaffen.

Prinzessin Marianne der Niederlande

Prinz Albrecht von Preußen

Prinzessin Marianne der Niederlande

Prinz Albrecht von Preußen

 

>Offenbar wurde es ein schweres Unterfangen, eine zweite und nicht standesgemäße (Morganatische) Ehe durchzusetzen, war doch sein Bruder Wilhelm I. von einer Liebesheirat zugunsten der Staatsraison zurückgetreten und hatte sich selbst diszipliniert. Sicher war der Grund, sich in Dresden einen Wohnsitz zu suchen, für Prinz Albrecht von dem Wunsch diktiert, dem Einfluss der Berliner Residenz zu entgehen und seiner zweiten Gattin vor allem inneren Frieden, Behaglichkeit und Nichteinmischung von außen in die intime Atmosphäre seines neuen Familienlebens zu sichern. In den wenigen Quellen, die über Prinz Albrecht berichten, wird die Gräfin Hohenau kaum erwähnt. Die Berichterstattungen zu den Beisetzungsfeierlichkeiten heben vieles hervor, selbst das Paradepferd, die Stute Lipa, die dem Katafalk unmittelbar folgte, nur nicht die Witwe mit ihren Kindern. Allerdings muss man die Sehweise des 19.Jahrhunderts berücksichtigen:

Prinz Albrecht war ein beliebter und berühmter Reitergeneral. Er liebte und achtete Pferde. Sein Lieblingspferd hatte ihn durch fünf Schlachten und 21 Gefechte getragen, was eine starke innere Bindung schuf. Man ehrte den Krieger, indem man seinem so wichtigen Kameraden Pferd die Möglichkeit gab, seinen Herrn bis zu seinem Grab zu begleiten.

Offenbar gedieh die zweite Ehe glücklicher, aus der die Kinder Wilhelm und Friedrich von Hohenau hervorgingen. Rosalie von Rauch, eine »einfache Freim«, wurde in den Stand einer Gräfin von Hohenau erhoben, um der Höhe des Adelsstandes ihres Gatten näher zu sein. (In der Denkweise des 19.Jahrhunderts war das zugleich auch eine Ehrung für den Vater der Rosalie von Rauch, zeitweilig Kriegsminister von Preußen und geschätzter Lehrmeister Prinz Albrechts, der auf diese Weise die Begründung einer höheren Familienlinie erleben durfte). Die Söhne der zweiten Ehe hatten nicht Erbrechte auf den Hohenzollerntitel, sondern blieben die Grafen von Hohenau - der bittere Preis für die Morganatische Ehe. Prinz Albrechts erster Sohn Albrecht aus der Verbindung mit der Prinzessin Mananne von der Niederlande hingegen setzte die Hohenzollerndynastie fort: ... . Er entschied sich, die Prinzessin Marie von Sachsen-Altenburg zu ehelichen mit Wohnsitz Schloss Kamenz (Camenz - heute Kamieniece), das die Mutter des Prinzen ihrem Sohn anvertraute.«

Obwohl Prinz Albrecht in Dresden ein zurückgezogenes Leben führte, war er aus dem höfischen Kreis in Berlin nicht ausgeschieden, sondern nach wie vor integriert. Er unternahm ausgedehnte Reisen durch nahezu ganz Europa (alle damals bedeutsamen Staaten), den Orient und selbst Afrika - sowohl im persönlichen als auch im diplomatischen Interesse. Ihn berührte die Poesie exotischer Landschaften, wovon die Erinnerungsmalereien Professor Schirmers im »Gartensaal« zeugen, aber auch das Ausschreiten seines persönlichen physischen Leistungsvermögens unter harten, entbehrungsreichen Bedingungen (ein Ritt durch die nubische Wüste). Hervorzuheben ist sein hohes Interesse an Pferderassen (Aufzucht und Ausbildung zu Kampfrossen), das er als Reitergeneral als eine edle Waffe ansah. Zur Erinnerung des Lesers sei bemerkt, daß die moderne Panzerwaffe schrittweise die Kavallerie abgelöst hat - der Motor das Pferd, wobei auch der Motor Teil einer Waffe geworden ist Der Berliner Hof entsandte ihn, zuweilen auch mit seinem Sohn Albrecht zu Feierlichkeiten und groß angelegten Jagden nach Russland, als Gesandten nach Österreich und in andere Gefilde Europas. Schloss Albrechtsberg war dann der Ort, der ihn im Familienkreis zurückfinden ließ zu Ruhe, Wohlbefinden, Liebe und Fürsorge unter der Obhut seiner Gattin.

Nach dem Tod des Prinzen Albrecht lebte die Gräfin von Hohenau auf Albrechtsberg sehr zurückgezogen, bis auch sie schon 1879 starb. Sie fand ihre Beisetzung in einem Mausoleum (anstelle des ehemaligen Badehauses) im Schlosspark in schöner Landschaft. Die beiden Söhne Wilhelm und Friedrich erbten das Anwesen. Erst nach dem Tod seines Bruders Friedrich 1914 nahm Wilhelm auf dem Schloss seinen Wohnsitz. Frau Marie Therese Hug, Prinzessin von Preußen, direkte Nachfolgerin der Linie des Prinzen Albrecht (Sohn) bestätigt heute: Die beiden Hohenau-Söhne ... . sahen ganz preußisch aus.«

Graf Wilhelm von Hohenau verkaufte 1925 Schloss und Grundstück an die Stadt Dresden, der es mit Ausnahme der zeitweiligen Inbesitznahme durch die Sowjetische Militäradministration bis heute gehört. Die Hohenaus verzogen in ein Haus auf der Bautzener Straße 98, wo sie in bescheidenen Verhältnissen lebten. 1950 verstarb Wilhelm von Hohenau. Im gleichen Jahr wurde der Park zu Ostern der Öffentlichkeit zugängig gemacht. Die Särge von Rosalie, Friedrich, Wilhelm von Hohenau und einem Enkel wurden 1951 in eine Gruft auf den Waldfriedhof »Weißer Hirsch« überführt. Diese Grabstelle wurde 1968 aufgelöst.

Terasse

Terrasse

NEUER GLANZ IN ALTER SCHÖNHEIT

Während früher die Nutzung des Schlosses Albrechtsberg als Pionierpalast wenig dem Charakter des Bauwerkes als Repräsentant des preußischen Spätklassizismus mit der ihm eigenen kulturhistorischen Ausstrahlung entsprach, spielt gerade diese Einzigartigkeit der gesamten Anlage Für die neue Konzeption eine hervorragende Rolle. Es ist der gediegene Rahmen Für Begegnungen mit der Kunst, Für die Vermittlung von Bildung und einer sensiblen Förderung künstlerischer Talente, der Kunststadt Dresden würdig und ein sich neu erschließender Ort Für anspruchsvolle Besucher.

In diesem Sinne vereint eine Jugendkunstschule Zirkel und Interessengemeinschaften auf den Gebieten der Musik und der Bildenden sowie der Darstellenden Kunst auf neue Weise. Das schließt das Zusammenwirken der verschiedenen Künste in Projektarbeiten ein, die mit dem Ziel gefördert werden, das Niveau und die Ausstrahlung des Geleisteten ständig zu heben. Den Interessen der Kunststadt entsprechend ist das Schloss auch zur Heimstätte der Dresdner Philharmonie geworden, was seine Anziehungskraft recht vorteilhaft gestärkt hat. Es wird ein bedeutender Gewinn sein, wenn das reizvolle und im Charakter vielfältig gestaltete Außengelände bis hin zur Uferpromenade wieder begehbar wird und die inzwischen schon bewährte, niveauvolle Küche des Hauses zum Verweilen reizt. Schloss Albrechtsberg hilft, eine seit Kriegsende störende Lücke im Dresdner Angebot an Gesellschaftsräumen zu schließen, denn es stellt sich auch als Veranstaltungs- und Bankettzentrum zur Verfügung.

Die Verpflichtung zur Pflege und öffentlichen Nutzbarmachung dieser kultur- und kunsthistorisch einmaligen Stätte setzt die Bewahrung und Wiederherstellung der gesamten Anlage in ihrer einstigen Schönheit voraus, wobei die Kunst der schönste Schmuck des Albrechtsberges sein soll.

NUTZUNG

1803 Kauf des Weinberges durch Graf Jacob von Findlater und Seafield, Pair von Schottland

>1811 Bau eines Palais im englischen Stil

1821 Eröffnung der Restauration »Findlaters Kaffeehaus« Besitzer Herr Krebs

1850 Baronin von Stockhausen erwirbt das Grundstück für Prinz Albrecht von Preußen

1850 – 1854 BAU DES SCHLOSSES

1925 Verkauf des Schlosses an die Stadt Dresden durch Wilhelm Graf von Hohenau

1930 Öffnung des Parkes für die Bevölkerung. Nutzung des Schlosses für Konzerte, Ausstellungen und Kongresse

1946 Kauf des Schlosses durch das Ministerium für Außenhandel der UdSSR

1949 Hotel »Intourist«

1951 Rückkauf des Schlosses durch die Regierung der DDR, Eröffnung als Pionierpalast

1952 Die Stadt Dresden wird erneut Eigentümer

1990 Freizeitzentrum für Kinder und Jugendliche

1991 Schloß Albrechtsberg - Stätte der Pflege von Kunst und Kultur

 

Autoren: Adelheid Irmler, Gitta Milewski,Anita Thiem, Heidemarie Zeidler, Dr. Manfred Kobusch

Umsetzung JGL 06.11.2001

 

Ergänzung 2007

Der Blick über Loschwitz und das Blaue Wunder zum Hohen Schneeberg (726m) im Elbsandsteingebirge

Das Elbtal vom Schloss aus gesehen

Der Hohe Schneeberg über dem Blauen Wunder