Das Blaue
Wunder - die Blasewitz - Loschwitzer Brücke
ein ingenieurtechnisches Meisterwerk des 19.
Jahrhunderts
Die Elbbrücke Blaues Wunder, die in die Annalen als technische Sensation
einging, ist ein ingenieurtechnisches Meisterwerk des 19. Jahrhunderts. Die
feierliche Einweihung erfolgte am 15. Juli 1893. Der Bau dauerte zwei Jahre und
wurde nach Entwürfen des Geheimen Finanzrates Claus Köpcke ausgeführt. Bei
ihrer Eröffnung erhielt die Brücke den Namen des regierenden Königs Albert.
Aufgrund ihrer Farbe nannte sie der Volksmund jedoch bald Blaues Wunder, denn
nach der ursprünglichen grünen Farbgebung erwies sich nur Blau als lichtbeständig.
Die Stahlkonstruktion, hergestellt in der Königin-Marien-Hütte in Cainsberg
bei Zwickau, wog 3000 Tonnen. Die Spannweite des Bauwerkes beträgt 280 Meter,
zwischen den Trägertürmen 147 Meter. Die Baukosten von etwa 2,25 Millionen
Goldmark leisteten die Anliegergemeinden und der Staat. Durch einen Brückenzoll
sollten sie wieder eingebracht werden. Fußgänger, Radfahrer und Straßenbahn-Fahrgäste
zahlten je zwei Pfennige, für Hühner und Gänse waren ebenfalls zwei Pfennige
und für Zugtiere zehn Pfennige zu entrichten. Bis auf 100.000 Mark beliefen
sich die jährlichen Einnahmen aus dem Brückenzoll. Nach der Eingemeindung von Loschwitz und Blasewitz zu Dresden im Jahre 1921 wurde dieser wieder
abgeschafft.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges bewahrten drei Männer unabhängig voneinander
das Blaue Wunder vor der Zerstörung durch Sprengsätze.
Im Ergebnis zahlreicher Untersuchungen wurde festgestellt, dass trotz der
bereits über 100jährigen Nutzung der Brücke eine weitere Nutzungsdauer von
rund 30 Jahren möglich ist. Bedingungen sind allerdings eine Verkehrslastbeschränkung
auf derzeitig 16 Tonnen, regelmäßige Kontrollen und vorbeugende
Instandhaltung. Deshalb gilt ein Fahrverbot für alle Fahrzeuge mit einem zulässigen
Gesamtgewicht von mehr als 15 Tonnen, ausgenommen davon sind Busse. Straßenbahnen
fahren schon seit 1985 nicht mehr über das Blaue Wunder. Ende vergangenen
Jahres nahm die Gewichtsmessstelle ihren Probebetrieb auf. Diese auf der Rampe
am Schillerplatz installierte Messstelle soll die tatsächliche Belastung der Brücke
feststellen. Zudem können durch die Kombination mit einer Fotoregistrierung
Fahrzeuge, die das bestehende Fahrverbot nicht einhalten, erfasst werden. Neben
den Fahrzeuggewichten werden auch Fahrzeuganzahl und Fahrzeugart erfasst, damit
Reisebusse oder Busse der DVB von der Fotoregistrierung ausgeschlossen werden.
Die Landeshauptstadt Dresden erhofft sich durch die permanente Kontrolle des
bestehenden Fahrverbotes eine deutliche Entlastung der Brücke.
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Das Blaue Wunder - Die Blasewitz-Loschwitzer Elbbrücke